Home » Bayern » Psycho-Pille und dann Aussitzen Kind wird im Leiden gehalten – Richterin entscheidet sich für nichtzugelassenes Medikament!

Psycho-Pille und dann Aussitzen Kind wird im Leiden gehalten – Richterin entscheidet sich für nichtzugelassenes Medikament!

Hausner August 2014.12

Psycho-Pille und dann Aussitzen
Kind wird im Leiden gehalten – Richterin entscheidet sich für nichtzugelassenes Medikament!

Kufstein / München: Alle zwei Jahre wird der Umgang mit dem Vater vereitelt. Alle zwei Jahre landet der nun zwölfjährige Münchner in der Psychiatrie. Die staatliche Hilfe zur Erziehung ist im Umfeld der Mutter am Ende und empfiehlt Fremdunterbringung. Alle Maßnahmen sind gescheitert. Nun entscheidet sich die Vorsteherin am Bezirksgericht Kufstein nach 1,5 Jahren Verfahrensdauer für die unkontrollierte Gabe eines Psychopharmaka. Von Hausner

Es ist nicht der Sohn der Richterin Dr. Wibmer-Stern. Es ist das Leben eines zwölfjährigen Münchners und der hat
sein Leben noch vor sich. Er lebt in Tirol. Weil er eine 5 Jahre ältere Schwester hat. So zumindest die Begründung der Münchner Richter im Jahre 2008. Und so zog der Bub vom Vater zur Mutter nach Tirol auf einen Einödhof. Die Mutter erfüllt sich einen Jugendtraum.

Alle zwei Jahre wird der vierzehntägige Umgang mit dem Vater ausgesetzt. Der Bub wird danach sozial auffällig, wird aggressiv, fliegt von der Schule und kommt 2010 für 8 Wochen in die Psychiatrie Innsbruck
Seit Anfang 2009 erhält die Familie „Hilfe zur Erziehung“ – und die gibt nun auf. Die Jugendhilfe bemängelt u.a. fehlende Struktur, Hygiene und Ordnung im Haushalt. Der Sprengelarzt soll die Wohnverhältnisse und den ausgedehnten Schimmelbefall bewerten. Die Mutter will nicht aus dem Einödhof ausziehen.

Die Psychiatrie Heckscher Klinik Rosenheim empfiehlt 2013 nach 16 wöchiger Beobachtung außerhäusliche Unterbringung oder zur Not die Gabe von Risperdal, einem Psychopharmaka für Schizophrene. Zugelassen ist das Medikament erst ab 16 Jahren. Die Mutter entscheidet sich für die Gabe des Psychopharmaka. Schizophren ist der Bub nicht und er ist erst 12 Jahre alt. Es handelt sich um eine „Off Label“, Behandlung, die durchgängig strenger ärztlicher Begleitung bedarf.
Zum Arzt geht die Mutter seit der Entlassung Mitte 2013 mit dem Buben nicht. Vielmehr strengt sie die Alleinsorge an.

„Sie sucht das Heil in der Alleinsorge“ beschreibt die Jugendwohlfahrt die Situation in 2012. Warum bleibt unklar. Der Vater hielt sich zurück und stellte nur dann Anträge auf Auskunft und Aufenthaltsbestimmungsrecht, wenn der Sohn wieder in die Psychiatrie sollte.
Auch sonst hielt sich der Vater fern von der Jugendwohlfahrt und den Ärztinnen der Heckscher Klinik. Sie sollen unbeeinflusst arbeiten können und nicht in den Verdacht geraten, Position zu beziehen.

Im September 2013, also fast ein Jahr nach Beantragung des alleinigen Sorgerechts durch die Mutter, beschließt die Vorsteherin des Bezirksgerichtes Kufstein ein „Kinderpsychologisches Gutachten“ und die Bestellung eines Kinderbeistandes. Der Kinderbeistand wird nie erscheinen, Bemühungen um einen solchen sind aus der Akte auch nicht ersichtlich. Ein halbes Jahr später nimmt der Innsbrucker Sachverständige Mag. Mario Draxl seine Arbeit auf.

Nach dem Lesen der Akte empfiehlt der Sachverständige eine Überprüfung der Eltern auf Erziehungsfähigkeit. Der Vater leide aller höchster Wahrscheinlichkeit nach unter einer Persönlichkeitsstörung.
Für die Begutachtung seiner Person und seines Sohnes sieht der Vater keinen Grund. Weder wird eine richterliche Fragestellung an den Sachverständigen dem Vater übermittelt, noch ist die Teilnahme verpflichtend. Außerdem ist es absurd und unseriös, aus Akten (juristischen Schriftsätzen) so etwas heraus zu interpretieren und gegenüber Dritten zu äußern. Letztlich kennt der Vater die Szene der Sachverständigen recht gut.

Gutachten im Familienrecht werden für Juristen erstellt. Dr. Andrea Wibmer-Stern hat in einem Ablehnungsverfahren in 2011 klar zum Ausdruck gebracht: Ein Schriftstück ist ein Gutachten, wenn es von einem Sachverständigen kommt. Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt sie nicht. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat in der Causa Köppl, auch Sachverständiger aus Innsbruck, klargestellt: Ein Gutachten ist ein Gutachten, wenn es umfangreich und detailreich ist. Wie die Bücher von Karl May.

Mag Draxl stellte in seinem „Gutachten“ Hypothesen wie am Fließband über die Persönlichkeitsstörungen des Vaters und sogar seiner Eltern auf, obwohl nichts in den Akten über sie steht. Keine Tatsachen, wie er an der rechten Seite der Richterin sitzend, bestätigte. Das Verbot der Begutachtung und Ausüben einer psychologischen Tätigkeit mit dem Verweis auf die Ethikrichtlinien ignoriert er. Aber 100 Seiten Shitstorm sind für die Richterin Dr. Wibmer-Stern überzeugend. So überzeugend, dass sie sich im Beschluss der Meinung des Sachverständigen ausdrücklich anschließt.

Bei der Mutter sei alles in Ordnung, sie sei voll erziehungsfähig. Die Erziehungsfähigkeit wurde nach 6 Stunden Begutachtung attestiert. Man muss fast das Gefühl haben, die langjährig begleiteten Psychologen der Jugendhilfe seien dumm wie Bohnenstroh. Dicht gefolgt von den Ärztinnen und Ärzten der Psychiatrie Heckscher Klinik Rosenheim, die den Buben 16 Wochen beobachten konnten. Sie alle irren sich oder sind schlichte Betrüger die es nur auf öffentliche Gelder abgesehen haben. Zumindest kommt Mag. Draxl als Sachverständiger zu einem ganz anderem Ergebnis.

Für den Buben ändert sich also nichts. Aus den Akten kann man entnehmen, wenn er zum Vater wechsele, würde die Mutter den Kontakt zu ihm abrechen. Das ist dem Buben nun bewusst und so verhält er sich auch. Er lehnt den Vater ab und möchte keinen Kontakt – zumindest nicht ohne seine Schwester. Ein Psychotherapeut der Jugendhilfe erkennt das Dilemma der emotionalen Erpressung – helfen kann er dem Buben jedoch nicht. Die ausführende Jugendhilfe in freier Trägerschaft stellt die Arbeit ein weil sie den „kindeswohlgefährdenden Zustand“ nicht erhalten darf.

Es bleibt also dabei, der Bub wird weiter unkontrolliert mit Psychopharmaka vollgedröhnt. Sie haben zwar nicht die gewünschte Wirkung im Sozialverhalten, aber der Bub ist leichter steuerbar, meint die Direktorin des Sonderpädagogischen Zentrum Hopfgarten. Ein Psychopharmaka mit derben Nebenwirkungen, die den Buben schon auf die Intensivstation gebracht haben und für „Aussetzer“ sorgen, so dass er beim Sport nicht mehr mitmachen darf. Aber es bleibt ja der Einödhof.

Ihm bleibt aber sein Zimmer in seinem Geburtshaus beim Vater und die Nachbarskinder die immer noch nach ihm fragen. Und die Erinnerung daran. Begleiteten Umgang von 4 Stunden im Monat lehnt der Vater ab. Das sei Folter für den Sohn. Jedem Monat würde dem Sohn vor die Nase gesetzt, was er auch haben könnte – er aber nicht erreichen kann ohne die Gunst seiner Mutter zu verlieren. Mit dem Leben einer Beziehung hat das nichts zu tun – und dafür ist das „Kontaktrecht“ vorgesehen.

Die Richterin bremst die Entsozialisierung des Buben nicht ein und stellt auf Geschwisterbindung ab. Wie lange die fast volljährige Schwester noch im Haushalt wohnt und mit ihm gemeinsam Abends gelegentlich das Familien-Sportpferd pflegt ist jedoch nicht sicher.

Und so wird die Mutter in die absolute Unabhängigkeit entlassen und dem Vater das Elternrecht entzogen. Entweder ist es pure Bösartigkeit der Richterin den Sohn in diesen Umständen leben zu lassen oder der Trotz der Richterin auf beharrliche Kritik an ihrer Verfahrensführung. Es bleibt zu hoffen, dass das Landesgericht Innsbruck sich bei der Rekursbearbeitung auf die Gesundheit des Kindes besinnt und persönliche Animositäten ignoriert. Schließlich hat der Bub ein Recht auf körperlich und geistige Unversehrtheit und maximale Förderung um Benachteiligungen zu mindern und zu beseitigen. Das jetzige Umfeld gibt das jedenfalls nicht her. Alle haben aufgegeben.

Hausner


3 Kommentare

  1. Mary sagt:

    Gibt es denn schon neues zu dem Rekursverfahren?Danke

  2. Renni sagt:

    Ich habe ähnliche Erfahrungen mit diesem Gutachter gemacht. Nachdem sich der Vater meines Kindes über Monate hinweg sexuell übergriffig gegenüber dem Kind (damals noch keine 2 Jahre alt) gezeigt hat, habe ich mich vom Kindesvater getrennt. Im nachfolgenden Obsorgeverfahren hat der Gutachter daraufhin empfohlen mir die Obsorge zu entziehen. Begründung: Die von mir angestrebten begleiteten Kontakte könnten die Wahrnehmung des Kindes in bezug auf den Vater beeinträchtigen. Das Verfahren ist derzeit unterbrochen, weil nun auch die Staatsanwaltschaft gegen den Kindesvater ermittelt. Das fatale Gutachten bleibt davon jedoch unberührt.

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *