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Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen

Dringender Appell in letzter Minute – Christoph R. Hörstel

In Syrien zwingt die klare Haltung vor allem Russlands mit seinem Flugzeugträgerverband im syrischen Mittelmeerhafen Tartus die USA, offene militärische Angriffe aufzugeben und stattdessen geheimdienstlich organisierten Terrorkrieg zu betreiben („Terrormanagement“).
Jetzt hätte Syrien Zeit, um mit vergleichsweise geringen Mitteln ganz solide Public Relations-Arbeit (PR, Öffentlichkeitsarbeit, Medienarbeit) aufzubauen – und tut dies nicht! Das kann man zunächst kaum verstehen – doch der Versuch erscheint nicht nur hilfreich, sondern der ernsten und bedrohlichen Lage nach geradezu notwendig:

• Syrien kennt keinerlei freie Medien, seit Jahrzehnten nicht. Folglich fehlt jegliche Expertise und Erfahrung im Umgang damit. Die korrupte westliche Großmedien-Landschaft ist ein wunderbares Klavier – Syrer haben jedoch nie die Chance erhalten, darauf spielen zu lernen. Und der PR-Profi sagt: Sie sind deshalb nicht einmal zur Agentursteuerung befähigt, auf deutsch: Sie sind professionell nicht einmal in der Lage, eine gute PR-Agentur sinnvoll einzusetzen.

• Syriens wichtigste Verbündete: Iran, Russland, China, haben ebenfalls wenig Kompetenz-Hintergrund im PR-Bereich, Russland vielleicht noch am meisten. Alle drei haben eigene Darstellungsprobleme im Westen, mit denen sie strukturell genau so wenig klarkommen wie Syrien. Von diesen Ländern leidet nur China deshalb nicht so stark wie die beiden anderen, weil es als hofierte Wirtschaftsgroßmacht weniger angreifbar ist – und dazu größter US-Gläubiger….

• Zu Syriens PR-Erfahrungshorizont in der jüngsten Vergangenheit: Man hat ganz offensichtlich versucht, das miese Image im Westen, vor allem in Europa, loszuwerden – und ist aus den genannten Gründen gescheitert. Die beiden Ministerien, die in dieses Scheitern personell am stärksten verwickelt waren und dies noch immer sind, das Außen- und das Informationsministerium, können nur abwehrend reagieren, wenn jetzt ausgerechnet ein Europäer daherkommt und behauptet: Das lässt sich ändern – und ich kann das. Allein ein derartiger Vorschlag lässt manchen Offiziellen um seinen Job fürchten. Das lässt sich keiner kampflos gefallen, schon gar nicht in diesen Krisenzeiten.

• Zum Fall des Autors: Im Mai 2011 kam der Generalsekretär der „Deutsch-syrischen Gesellschaft“ mit der Frage, wie denn das PR-Defizit Syriens angegangen werden könne. Nach einem mehrstündigen persönlichen Gespräch wurde vereinbart, dass der Autor dem syrischen Botschafter einen Vorschlag unterbreiten solle. Dies geschah, Generalsekretär und Botschafter waren’s zufrieden, der Botschafter nahm das Papier mit einem getesteten und geeigneten „Einstiegsprogramm“ mit nach Damaskus und holte sich eine schallende Absage. Hinterher kam heraus, dass die Sache bis zum Präsidenten durchgereicht wurde. Der hatte sich erst im April den jetzigen, intern vielfach kritisierten Informationsminister, Dr. Adnan Hassan Mahmud, ausgewählt, der keinerlei West-Erfahrung hat. Und dies zu einem Zeitpunkt, an dem klar war, dass die gesamte Unruhe eine westliche Inszenierung ist.

• Der Autor war über die Ablehnung wegen der harschen und historischen Konsequenzen für Land und Bevölkerung Syriens entsetzt und lernte bei fortdauerndem Engagement aus Syrien stammende Deutsche kennen, die seine Vorschläge unterstützten. Dies führte praktisch durch zivilgesellschaftlichen Druck aus der syrischen Bevölkerung zur Regierungseinladung nach Syrien. Dieses Kräftespiel zwischen der syrischen Regierung und syrischen Unterstützern der Hörstel-Vorschläge dauert an. Deshalb bittet der Autor jeden, der politisch mitdenken kann, jetzt politisch mitzuwirken und diese Sache zu unterstützen. Es kommt dabei gar nicht auf Personen oder Nationalitäten an – es geht darum, dass PR-Arbeit professionell im größeren Maßstab versucht wird, bevor es zu spät ist.
Denn: Die jetzige unbewaffnete militärische UN-Beobachtermission (UNSMIS) wird nach Maßgabe der USA nicht verlängert, wenn sie keinen Frieden bringt. Dabei sorgen die USA und ihre Komplicen heimlich und mit Terror dafür, dass genau diese Befriedung keinesfalls gelingen kann. Danach soll die offizielle Drohung der USA umgesetzt werden: „robustes Mandat“. Wenn Syrien dann „gefallen“ ist, wird der Irankrieg nach fester Ansicht des Autors wegen der irrationalen US-Politik nicht zu verhindern sein: In PR-Fragen ist der Iran womöglich noch unbedarfter und noch nachlässiger als Syrien.
Deshalb kann eine friedliche Lösung nur dann gerettet werden, wenn jetzt viele Clicks diesen aktuellen Aufruf unterstützen: Zunächst in drei europäischen Staaten – aber auch aus den USA – wollen wir den von Washington gesteuerten Angriffen gegen Syrien entgegentreten.
Medienkampf in Europa nützt nicht nur dem Frieden, sondern auch den betroffenen Völkern, die ohnehin gegen ihre Regierungen und deren gnadenlos korrupte Politik nicht ankommen, nicht einmal bei der Zwangsenteignung durch den Fiskalpakt und auch nicht im Fall der ESM-Diktatur. Auf diese Weise erhalten die Menschen in Syrien und in Deutschland plötzlich gemeinsame Interessen – und die Chance auf eine Gelegenheit, diese umzusetzen!
Diese Vision ist historisch neu, das hat es so noch nicht gegeben: Menschen schließen sich über Landesgrenzen und Entfernungen hinweg zu gemeinsamer Politik zusammen, um ihre Regierungen zu vernünftigem Handeln zu bringen. Der Autor ist bedingungslos überzeugt, dass dies die letzte echte Chance ist, nennenswerte Mittel für sinnvolle PR-Arbeit zu erhalten.
Außerdem ist dieses internationale Vorgehen der einzige Weg, um globalen Raffern, Bankstern, Energiekonzernen, Pharmariesen und anderen das Handwerk zu legen. Auch das will geübt sein…
Das Gute an dieser Herausforderung: Ohne Ihre/Deine Mitwirkung muss es scheitern.
Positiv betrachtet bedeutet es auch: Wir können unseres Glückes Schmied sein.

http://syria-help.blogspot.de/

BND und Bundeswehr in Syrien erwischt?

BND und Bundeswehr in Syrien erwischt?

Christoph R. Hörstel

Sechs Mann und eine Frau vom BKA verlangten am 7. Februar um sechs Uhr morgens stürmisch Einlass an sechs Wohnungstüren syrischer Staatsangehöriger in Berlin und im Bundesgebiet. Sie fackelten auch nicht lange, knipsten in Kinderzimmern helle Deckenleuchter an – und rissen schockierte Kinder aus dem Schlaf, die plötzlich neben ihrem Kopfkissen einen entschlossen aussehenden fremden Mann stehen sahen. Einige der kleineren Kinder haben das nicht überwunden und werden vermutlich noch eine Weile daran knabbern. Für manche der Erwachsenen brach jedoch eine Welt zusammen: Das anständige, demokratische, zivilisierte Deutschland, das sie bewundert hatten, gibt es so nicht mehr für sie. Sie sind nicht die Einzigen in Deutschland, die bitter enttäuscht sind. 100.000 Afghanen sind nicht mehr so fröhlich wie zu dem Zeitpunkt, als sie ihren deutschen Pass erhielten. Es gibt Leid und Wut unter Menschen vom Balkan. Junge Leute „mit türkischem Migrationshintergrund“ finden plötzlich gute Jobs in der Türkei – und stellen fest, dass Deutschland nicht mehr so toll ist. Manche Deutsche mit begrenztem Horizont sehen sie gerne ziehen, überreißen jedoch manchmal nicht, dass das kein Kompliment an unsere Situation und Politik ist – und dass sie eigentlich alarmiert sein müssten. Schon auch deshalb, weil es nun schwieriger wird mit denjenigen Migranten, die sich nicht so leicht auf eigene Füße stellen und öfter mal mit dem Gesetz in Konflikt kommen, aus welchen Gründen auch immer. Sei’s drum.

Jedenfalls wurden am Dienstag sechs Menschen zum Verhör geschleppt, manche ließen sich in Handschellen zwingen – obwohl sie unbescholten waren und sich nicht der geringsten Schuld bewusst. Politiker wie Außenminister Guido Westerwelle und der ekelhaft beflissene Grüne Jürgen Trittin faselten von Spionage und Druck auf regimekritische Exil-Syrer. Auch Antisemitismus-Vorwürfe waren zu hören. Dümmer geht’s nimmer. Ist dem BKA klar, dass Syrer im Durchschnitt zweifellos toleranter sind als Deutsche, da sie Menschen jüdischen Glaubens unbehelligt in Syrien leben lassen, obwohl das Land ständiger Tummelplatz mordbereiter Mossad-Agenten ist? Ganz zu schweigen von den Christen, die in Syrien eine viele Jahrhunderte lange historische Ekel-Tradition von Unterwerfung, Kolonialisierung, Unterdrückung und Subversion haben – und trotzdem dort unbehelligt leben?

Zwei Syrer sind jetzt noch in Haft, darunter der Botschaftsangehörige Dr. jur. Akram O., ein sehr engagierter Patriot mit deutschem Studienabschluss. Wollen wir jetzt bestrafen, dass betroffene Menschen wütend sind über das Vorgehen einzelner Nato-Länder (1) gegen ihre Heimat? HM, ja, das Vorgehen der Nato.

Was unsere zwangsgebühren-finanzierten öffentlich-rechtlichen Medien-Lügner gern verschweigen ist, was jetzt ständig gängige Münze bleibt beim informierten Teil der Menschen, allerdings zumeist in arabischer Sprache:
– britische Einheiten von MI6 und Special Air Services (SAS) infiltrieren Syrien über Jordanien
– Franzosen kommen über den Libanon,
– die Türken sammeln libysche Söldner (2) zu Tausenden (3) und werfen sie über die gemeinsame Grenze in die Scharmützel. Syrische Sicherheitskräfte haben bereits 49 Türken und einen türkischen General auf syrischem Boden festgenommen, heißt es informierten Kreisen, das mache die Türken jetzt vorsichtiger. 800 Libyer seien ebenfalls festgesetzt. Nachprüfen lassen sich diese Informationen jedoch schwer.

Besonders unangenehm für den BND, dessen Leute ja soeben aus Pakistan ausgewiesen wurden (4): Syrische Sicherheitskräfte sollen drei BND-Männer in Damaskus inhaftiert haben, weil ihr Fahrzeug am 6. Januar zur Tatzeit in verdächtiger Nähe zu einem Terror-Selbstmordattentat am Al-Midan-Platz (5) parkte. 30 Tote und 130 Verletzte sind zu beklagen – wenn so etwas bei uns passierte wäre der Teufel los. Klar, jetzt muss in Deutschland zurückgeschlagen werden – und wenn man da nichts Geeignetes findet, dann unterdrückt man eben ein bisschen die Pro-Assad-Bewegung. Zur Hölle mit den deutschen Pässen und unseren demokratischen Betätigungsrechten. Mindestens ein Anwalt hat seinem betroffenen Mandanten bereits geraten, sich „ruhig zu verhalten“ und das politische Engagement aufzugeben. Holla, Adolf und Honni, sind wir schon wieder so weit?

Noch schlimmer: Syrien beschuldigt Deutschland, von seinen Schiffen im östlichen Mittelmeer aus Agenten, Attentäter und Söldner zu dirigieren. Funkanweisungen seien abgefangen worden. (6) Das ist schwer zu verifizieren – doch wenn jemand den Autor fragt, für wie wahrscheinlich er den BND-Vorwurf und andere Anschuldigungen hält, sagt er: höchst wahrscheinlich. Treffen die Behauptungen zu, hätte das „Parlamentarische Kontrollgremium der Geheimdienste“ (PKGr) seine Umfirmierung in „Parlamentarisches Komplizengremium“ erneut bestätigt. (7)

Mit vier der Festgenommenen wollte der Autor einen deutsch-syrischen Freundschaftsverein begründen. Einen kennt er etwas näher, mit diesem waren just zum Zeitpunkt der Aktion intensive Bemühungen unternommen für eine Syrienreise. Der Autor hat dem BKA Zusammenarbeit angeboten „wenn und soweit das Recht und Gesetz befördern hilft“.

Es bliebe zu klären, wie denn Schadenersatz erlangt werden kann, wenn Geschäftsunterlagen ebenso mitgenommen werden wie sämtliche Telefone, das gesamte Adressenmaterial, ja sogar die bislang nicht quittierten Tageseinnahmen in einem Terminkalender, dies ausgerechnet in einer nicht eben wohlhabenden Familie mit drei Heranwachsenden in der Ausbildung.

Wie kommt das BKA dazu, einer unbescholtenen Frau Handschellen anlegen zu wollen? Wieso werden Kinder traumatisiert? Es bleibt der klare Eindruck zurück, dass signalisiert werden soll: Stört unsere (kriminellen) Kreise in Syrien nicht.

Papperlapapp. Wir fangen gerade erst an.

Die US-geführte Nato macht unterdessen weiter: Der UN-Spitzenkriecher Ban Ki-Mun agiert schon direkt in Syriens Nachbarschaft. (8)

1 http://www.washingtonsblog.com/2011/12/are-us-troops-deploying-on-the-jordan-syrian-border.html

2 http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/john-lanta/syrien-beobachtermission-unter-amerikanischem-druck.html

3 http://www.voltairenet.org/Des-islamistes-Libyens-en-Syrie

4 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812066,00.html
Die großen Lügenmedien setzen inzwischen ihre Beiträge schnell unter neuen Adressen ins Netz, um kritische Autoren unglaubwürdig zu machen. Einfach nachgooglen… (Anm. CRH)

5 http://www.sana.sy/eng/337/2012/01/06/392647.htm

6 http://www.stern.de/politik/ausland/zwischenfall-im-mittelmeer-syrische-marine-bedrohte-deutsches-spionageschiff-1773955.html

7 http://kopp-online.com/hintergruende/deutschland/john-lanta/brauner-terror-eine-schattendebatte.html

8 http://www.voltairenet.org/Lettre-ouverte-au-deshonorable-Ban